Fragen und Antworten

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Was ist der Unterschied zwischen Teer und Asphalt?

Straßenbelag besteht zu 95 % aus Mineralik, vereinfacht gesagt aus Sand und Splitt, und zu 5% aus Bindemittel. Bis in die späten 1970er Jahre 1980 wurden Straßen in Deutschland geteert, d. h. Teer (Steinkohlenteerpech) wurde als Bindemittel verwendet. Teer entsteht durch Destillation von Steinkohle (Nebenprodukt bei der Koksherstellung), ist dunkelbraun bis schwarz und hat einen starken stechenden Geruch nach Chemie Er ist heute verboten, da er gesundheits- und umweltgefährdende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthält. Alter „Teerasphalt“ muss daher als gefährlicher Abfall entsorgt bzw. mit speziellen Verfahren recycelt werden.

Asphalt ist das moderne, sichere Material im Straßenbau. Es wird seit den 1980er Jahren in Straßenbau in Deutschland eingesetzt. Er besteht aus Gesteinskörnungen (ca. 90–95 %) und Bitumen (ca. 5–10 %), riecht neutral und ist nicht giftig.

Wie wird teerhaltiges Material bisher recycelt?

Liegt der PAK-Gehalt über 25 mg/kg, gilt das Material als teerhaltig.

Ausbau und getrennte Erfassung

  • Beim Ausbau wird das Material nicht mit anderem Asphalt gemischt, sondern getrennt abgetragen und zwischengelagert.
  • Das Fachpersonal trägt Schutzkleidung und Atemschutz, da beim Fräsen oder Brechen PAK-Staub entstehen kann.
  • Das Material wird in geschlossenen Containern oder auf abgedichteten Lagerflächen gesammelt.

Behandlung und Entsorgung

Da Teerasphalt nicht thermisch wiederverwertet werden darf, wird er spezialbehandelt:

a) Thermische Behandlung

  • Bei der thermischen Behandlung wird das gefährliche Bindemittel bei hohen Temperaturen vollständig verbrannt.

b) Deponierung

  • Bei der Deponierung kann das aufbereitete Material je nach Qualität als Deponie-Ersatzbaustoff eingesetzt werden oder es erfolgt eine Beseitigung.
Wie gelingt es, dass alle Körner im Ausgangsmaterial gereinigt werden?

Das zu behandelnde Material wird im Waschprozess wirbelartig transportiert. Durch die Kombination aus Rotation und zusätzlicher Schwenkbewegung entsteht eine intensive Oberflächenreinigung. Jedes einzelne Korn durchläuft den Reinigungsprozess mehrfach, wodurch eine gleichmäßige und vollständige Behandlung gewährleistet wird.

Werden die Stoffe untersucht? Gibt es eine Eigenüberwachung?

Der verantwortungsvolle Umgang mit potenziell gefährlichen Stoffen hat für uns höchste Priorität. Die Überwachung erfolgt daher vollständig durch externe, akkreditierte Laborinstitute. Erst nach positiver Prüfung und Freigabe werden die aufbereiteten Materialien weiterverwendet. Dies gilt gleichermaßen für das Restprodukt des Filterkuchens.

Wie hoch ist der Energieverbrauch?

Der Energiebedarf liegt unter dem Niveau vergleichbarer Verfahren nach dem Stand der Technik. In der gesamten Anlage werden ausschließlich elektrisch betriebene Motoren eingesetzt. Dadurch besteht jederzeit die Möglichkeit, den Betrieb vollständig mit regenerativen Energien zu versorgen.

Wird das Gestein im Prozess beschädigt?

Nein. Durch die fluide Materialbewegung entsteht keine Zwangsführung des Materials. Es erfolgt eine reine Oberflächenbehandlung, die jedoch bis in die feinsten Poren der einzelnen Körner wirkt. Die mineralische Struktur bleibt dabei vollständig erhalten.

Wie ist der Wasserverbrauch?

Das System arbeitet in einem geschlossenen Wasserkreislauf. Das eingesetzte Wasser wird kontinuierlich geklärt, gereinigt und über spezielle Filtersysteme zur Wiederverwendung aufbereitet. Dadurch wird der Frischwasserbedarf auf ein Minimum reduziert.

Ist der bindemittelhaltige Schlamm wässrig? Wie kann er transportiert werden?

Dank der hydrophoben Eigenschaften des eingesetzten Bindemittels lässt sich der Schlamm sehr schnell und effizient entwässern. Im Gegensatz zu klassischen Zwei-Phasen-Gemischen (Gesteinsmehl und Wasser) ist keine zusätzliche Entwässerung über lange Setzzeiten erforderlich.

Der entstehende Filterkuchen ist plastisch formbar und transportfähig. Der Feuchtegehalt kann bei Bedarf durch einfache Lufttrocknung weiter reduziert werden.

Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es?

In enger Abstimmung mit den zuständigen Genehmigungsbehörden wurde vor Inbetriebnahme der Anlage ein umfassendes Sicherheitskonzept entwickelt. Für Mitarbeitende und Besucher wurden arbeitsmedizinische Schutzmaßnahmen implementiert, um potenzielle Risiken auszuschließen. Regelmäßige Wasser- und Luftanalysen sorgen für zusätzliche Transparenz und Kontrolle.

Die durch uns neu geschaffene bauliche Infrastruktur verfügt unter anderem über eine mehrschichtige Bodenversiegelung. Diese bildet ein geschlossenes Auffangsystem, das im unwahrscheinlichen Fall einer Havarie das gesamte Prozesswasser sicher zurückhält.